„Krebstherapie 4.0 – Was bringt die Immunonkologie?“
Beim „Forum Immunonkologie“ diskutieren Interessierte und Fachleute über den neuen Therapieansatz und seine Folgen. Stets mit dem Ziel, die Lebenserwartung und -qualität von Menschen mit einer Krebsdiagnose zu verbessern. Gastgeber für das „Forum Immunonkologie“ war Kuratoriumsmitglied Wolfgang Bosbach.
Im September 2018 lud die Stiftung die zuständigen Bundestagsabgeordneten und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft ein.
Die erste Sitzung der Gremien in 2018 findet am 20. Februar in Berlin statt.
Vorstand und Kuratorium entscheiden dann über die vorliegenden Anträge. Außerdem planen sie die Arbeit der Stiftung im laufenden Jahr. Besonders wichtige Veranstaltungen sind dabei der unmittelbar im Anschluss zur Sitzung stattfindende Deutsche Krebskongress und der Deutsche Pflegetag im März.
Trafen sich, um die Arbeit der neu gegründeten Bristol Myers Squibb-Stiftung Immunonkologie aufzunehmen: Dierk Neugebauer, Jürgen Osterbrink, Michael May, Katja Weisel, Dirk Jäger, Han Steutel, Wolfgang Bosbach (vlnr). May, Weisel und Jäger bilden den Vorstand, im Kuratorium arbeiten außer den Abgebildeten noch die Mediziner Carsten Bokemeyer aus Hamburg und Michael Manns aus Hannover mit. (Foto: Häsler/SIO)
Das Leben von Krebspatienten nachhaltig verbessern
Unabhängige „Stiftung Immunonkologie“ nimmt Arbeit auf
München/Frankfurt am Main, 27. Oktober 2017 – Die Bristol Myers Squibb-Stiftung Immunonkologie hat heute ihre Arbeit aufgenommen. Dazu trafen sich ihre Gremien zur konstituierenden Sitzung in Frankfurt am Main und stellten die Weichen für künftige Projekte zur Förderung des sich rasant entwickelnden Forschungsgebietes.
„Unser Ziel ist es, die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten nachhaltig zu verlängern und zu verbessern“, fasst Dr. Michael May, Country Medical Director Germany bei Bristol Myers Squibb und Vorstandsmitglied der Stiftung, die Kernaufgabe zusammen.
Im Fokus werden unter anderem Forschungsprojekte stehen, die sich mit der Versorgungs¬situation von Krebspatienten beschäftigen. Zudem plant die Stiftung auch die Vergabe von Förderpreisen, um Menschen langfristig zu ermutigen, sich für die immunonkologische Forschung und für ein besseres Leben von Patienten mit einer Krebsdiagnose zu engagieren.
In Vorstand und Kuratorium der Stiftung arbeiten Experten aus Wissenschaft, Forschung und Gesellschaft eng zusammen. Um die fachliche Unabhängigkeit der von Bristol Myers Squibb initiierten Stiftung zu gewährleisten, bestehen Vorstand und Kuratorium mehrheitlich aus unabhängigen Fachleuten, die im Rahmen der Förderrichtlinien über die Projekte der Stiftung entscheiden. Gemeinsam sind sie bestrebt, mit der Stiftung zum Wohlergehen der Krebs¬patienten und ihrer Angehörigen in Deutschland beizutragen.
Förderanträge entsprechend dem Stiftungszweck können ab sofort eingereicht werden. Weitere Informationen zur Stiftung, ihren Forschungsfeldern und den Gremien unter www.stiftung-io.org.
Über die Immunonkologie
Die Immunonkologie bietet – neben den klassischen Ansätzen in der Krebstherapie, der Operation, Bestrahlung, Chemo- und zielgerichteter Therapie – eine weitere Behandlungsoption: Spezielle Substanzen mobilisieren die körpereigene Abwehr gegen Krebs. Aktuell können etwa Patienten mit einem metastasierten Melanom, bestimmten Formen von Lungenkrebs, Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, im Urogenitaltrakt, beim Multiplen Myelom sowie im Hodgkin-Lymphom von dieser innovativen Therapie profitieren. Der Einsatz bei weiteren Tumorarten wird intensiv erforscht.
Bristol Myers Squibb hat eine Stiftung zum Thema Immunonkologie gegründet. Was hat Sie dazu bewegt?
Unser Immunsystem ist eindeutig eine starke Waffe gegen Krebs. Bis vor einigen Jahren wussten wir aber noch nicht genau, wie wir seine vielfältigen Möglichkeiten effektiv gegen Krebserkrankungen nutzen können, denn die zugrunde liegenden Mechanismen sind hochkomplex. Durch intensive Forschung wissen wir heute jedoch, wie Krebszellen der Eliminierung durch das Immunsystem entgehen und durch welche Mechanismen in diese Abläufe eingegriffen werden kann, damit das Immunsystem Krebszellen erkennt und bekämpft.
Und die Forschung geht natürlich weiter. Wir wollen zum Beispiel besser verstehen, welchen Einfluss die Immuntherapie langfristig auf die Lebensqualität der Patienten hat. Vielen Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung ermöglicht die Immunonkologie ein längeres Überleben, bei einigen können wir die Erkrankung sogar aufhalten. Doch was bedeutet das zukünftig für die Nachsorge, für die Betreuung dieser Patienten? Hier sehe ich die Kernaufgaben der im Dezember 2016 durch Bristol Myers Squibb gegründeten Stiftung Immunonkologie. Einerseits ist es die Forschungsförderung sowie Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich. Andererseits beschäftigt uns die Frage, was der Bereich der Tertiärprävention zukünftig leisten kann.
Von Ihrem Haus stammt das Kapital der Stiftung. Ist die Stiftung dennoch fachlich unabhängig und eigenständig?
Die Stiftung setzt sich aus einem Vorstand und einem Kuratorium zusammen. Während im Vorstand mit Dr. Michael May (Country Medical Director, Bristol Myers Squibb) sowohl ein Vertreter der Stifterin, also Bristol Myers Squibb, als auch zwei externe Experten vertreten sind, besteht das Kuratorium ganz überwiegend aus unabhängigen Fachleuten, die im Rahmen der Förderrichtlinien über die Projekte der Stiftung entscheiden. So stellen wir sicher, dass allein anhand wissenschaftlicher Kriterien über die Mittelvergabe entschieden wird.
Stiftungen verfolgen die Ziele ihrer Stifter. Was erhoffen und wünschen Sie sich von der Stiftung Immunonkologie?
Wir wollen die Lebenserwartung und Lebensqualität von Menschen mit einer Krebsdiagnose verbessern. Das beginnt zwar bei wirkungsvollen Therapieoptionen, hört dort aber noch lange nicht auf. Die Stiftung befasst sich deshalb nicht nur mit rein medizinischen Fragestellungen aus der klinischen Forschung. Wir wollen bewusst auch Projekte fördern, die sich zum Beispiel mit der Lebensqualität bei onkologischen Erkrankungen befassen. Auch die epidemiologische Forschung steht im Fokus und soll berücksichtigt werden. Dabei geht es auch darum, Krebspatienten im Versorgungsalltag bestmöglich zu begleiten. Die Frage ist: Wie schaffen wir das? Wo gibt es Handlungsbedarf? Ich denke, hier wird es zum Beispiel in der psychoonkologischen Betreuung der Patienten oder bei der Tertiärprävention ganz neue Herausforderungen geben, denen wir uns stellen müssen. Daran wollen wir mit der Stiftung Immunonkologie aktiv mitwirken und durch die Auslobung eines Preises die Forschung in diesem Bereich fördern.