„Young Scientists IO“ 2026

„Young Scientists IO“ 2026

Berlin, 19. Februar 2026

{{brizy_dc_image_alt entityId=

Drei herausragende Forschungsarbeiten ausgezeichnet. Stiftung Immunonkologie kürt junge Talente der Krebsforschung.


Bei der Verleihung des Forschungsförderpreises „Young Scientists IO“ im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK) in Berlin ehrte die Bristol Myers Squibb-Stiftung Immunonkologie drei herausragende junge Wissenschaftler, die mit ihren Arbeiten neue Perspektiven für die Krebstherapie eröffnen. Dr. med. Benjamin Ruf (Heidelberg), Marc P. Schauer (Würzburg) und Jonas G. Scheck (Heidelberg) wurden für ihre wissenschaftlichen Beiträge zur Immunonkologie ausgezeichnet und erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Mit dem alle zwei Jahre vergebenen Preis würdigt die Stiftung innovative Forschung, die Immuntherapien weiterdenkt und das Potenzial der Immunonkologie für Patientinnen und Patienten erweitert.

Zum Auftakt der Preisverleihung hat Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer, Direktor der II.

Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,

langjährig involviert in der onkologischen Spitzenforschung und Mitglied im Kuratorium

der Stiftung, einen Impulsvortrag zur aktuellen und zukünftigen Rolle der

Immunonkologie gehalten.

{{brizy_dc_image_alt imageSrc=
{{brizy_dc_image_alt imageSrc=

Dr. med. Benjamin Ruf – MAIT-Zellen als neuer Ansatzpunkt gegen Leberkrebs

Leberkrebs zählt weltweit zu den Tumorerkrankungen mit besonders schlechten

Überlebenschancen. Die Arbeit von Ruf zeigt einen völlig neuen immunologischen

Mechanismus, der künftig therapeutisch genutzt werden könnte.

Ruf untersucht MAIT-Zellen, eine bislang wenig beachtete, aber im menschlichen

Lebergewebe sehr häufig vorkommende T-Zell-Population. Aktiviert durch den

TCR-Liganden 5-OP-RU, entwickeln diese Zellen eine ausgeprägt entzündliche und

zytotoxische TH1/NK-ähnliche Signatur und verstärken gleichzeitig die Tumorabwehr

von ILC1- und NK-Zellen. Seine Ergebnisse zeigen: Aktivierte MAIT-Zellen entfalten starke antitumorale Effekte sowohl in vitro als auch in vivo und orchestrieren

gemeinsam mit weiteren angeborenen Immunzellen eine wirksame Krebsabwehr.

Damit positioniert Rufs Arbeit MAIT-Zellen als vielversprechendes neues Ziel für

zukünftige immunonkologische Therapien gegen Leberkrebs.

Marc P. Schauer – GC-resistente CAR-T-Zellen für aggressive solide Tumoren

Die Entwicklung wirksamer CAR-T-Zell-Therapien gegen solide Tumoren gilt als eine der größten Herausforderungen der heutigen Onkologie. Schauer identifiziert in seiner

Forschung einen zentralen, bislang unterschätzten Mechanismus:

Viele aggressive Tumoren – wie adenokortikale Karzinome (ACC), Pankreas- oder

triple-negativer Brustkrebs (TNBC) – produzieren selbst Glukokortikoide (GC) und

unterdrücken hierdurch die Wirksamkeit von CAR-T-Zellen.

Schauer zeigt, dass das Tumorantigen ROR1 über GC-Signalwege hochreguliert wird

und sich dadurch ideal für CAR-T-basierte Immuntherapien eignet. Zugleich führt das

tumoreigene GC-Milieu jedoch zu einer massiven Abschwächung der therapeutischen

Wirkung. Mithilfe von CRISPR/Cas9 entwickelte Schauer erstmalig GC-resistente

ROR1-CAR-T-Zellen, die eine deutlich höhere Überlebens- und Stoffwechselfitness

zeigen, das Tumorwachstum in präklinischen Modellen vollständig kontrollieren und

anhaltende Remissionen gegen mehrere GC-sekretierende Tumorentitäten vermitteln.

Die Forschung bildet die Grundlage für eine neue Generation robuster CAR-T-Zellen –

eine bereits genehmigte klinische Phase I Studie ist am Würzburger NCT Standort

bereits angelaufen.

{{brizy_dc_image_alt imageSrc=
{{brizy_dc_image_alt imageSrc=

Jonas G. Scheck – Präzise Bildgebung für wirksamere Immuntherapie gegen Gliome

Gliome gehören zu den resistentesten Tumorerkrankungen, insbesondere aufgrund

ihrer niedrigen T-Zell-Infiltration, immununterdrückenden Mikromilieu und

eingeschränkten Medikamentenverfügbarkeit.

Scheck entwickelte eine neue multimodale Bildgebungsplattform (MRI–

Lichtblatt-Mikroskopie), mit der sich Immuntherapieverteilung auf Einzelzellebene im

gesamten Gehrin sichtbar machen lässt. Damit konnte er zeigen, warum bestimmte

Gliommodelle – wie das SB28-Modell – schlecht auf eine Immuntherapie ansprechen:

Mikrovaskuläre Störungen, vasogenes Ödem und unspezifische

Medikamentenverteilung verhindern eine effektive Wirkstoffaufnahme.

Kombiniert man jedoch VEGF-Inhibition, Bestrahlung und duale Immuntherapie, proinflammatorische Polarisierung von Immunzellen und erhöhte

Medikamentenverfügbarkeit führten zu deutlicher Verlängerung des Überlebens in

Gliommodellen. Präklinische Bildgebungsparameter unter Immuntherapie werden in

einer Biomarkeranalyse der multizentrischen N²M² Studie translatiert.

Schecks Arbeit zeigt, dass präzise Bildgebung ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung

zukünftiger Immuntherapien bei Hirntumoren ist.


Medienkontakt:

Bristol Myers Squibb-Stiftung Immunonkologie

Viola von Natzmer

c/o Bristol Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

Arnulfstraße 29, 80636 München

T: 089 – 121 42 433

E: viola.natzmer@stiftung-io.org